Am 14.03.2011 wurde eine ePetition dem Deutschen Bundestages eingereicht.
Anti-Atom-Initiativen starten gemeinsam mit Franziska Heine ePetition zur Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke
Petitionstext :
Wir fordern, dass der Deutsche Bundestag die mit
Änderung des Atomgesetzes vom 8.12.2010 beschlossenen
Laufzeitverlängerungen deutscher Atomkraftwerke zurücknimmt.
Weiter soll er beschließen, alle deutschen AKWs und alle nicht zur
Atommülllagerung notwendigen Atomanlagen sofort und endgültig
abzuschalten.
Er soll die Bundesregierung auffordern, sich in der EU für
eine schnellstmögliche Stilllegung aller Atomanlagen und einen
gemeinsamen Umstieg auf dezentrale, regenerative Energien einzusetzen.
Begründung
Die dramatischen Unfälle in gleich mehreren japanischen Atomreaktoren
im März 2011 erinnern daran, dass ein tödlicher Super-GAU jederzeit möglich ist.
Atomkraft ist unbeherrschbar. Vor Naturkatastrophen und Versagen aller
Notsysteme wie in Japan, menschlichem und technischem Versagen wie in
Tschernobyl, vor Flugzeugabstürzen oder Anschlägen schützen keinerlei
Sicherheitseinrichtungen.
Angesichts der verheerenden Folgen kann keine
Wahrscheinlichkeitsrechnung genügen. Das Unfallrisiko steigt zudem mit
dem Alter der Reaktoren, nicht zuletzt, weil bei älteren Reaktortypen
wichtige Sicherheitsreserven fehlen. Trotzdem hat die Bundesregierung
die Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland noch weiter verlängert,
woran auch die kurzzeitige Aussetzung nichts ändert.
Zu den Risiken des Reaktorbetriebes kommt die bislang ungeklärte
Frage der Endlagerung. Weltweit gibt es keine Lösung für den Millionen
von Jahren strahlenden Atommüll. Die Atommülllager Asse II und
Morsleben
haben gezeigt, dass Atommüll nicht einmal für Jahrzehnte sicher
gelagert werden kann. Beim Uranabbau werden riesige Areale radioaktiv
verseucht und die Lebensgrundlagen vieler Menschen zerstört. Auch
deshalb ist die Atomtechnologie unverantwortlich.
Eine konsequente Entscheidung bedarf keiner weiteren „Prüfung von
Sicherheitsstandards“. Die leidvollen Erfahrungen mit Atomkraft, das
Wissen von ihren Risiken, Gefahren und tödlichen Nebenwirkungen lässt
nur einen Schluss zu: Atomkraftwerke müssen sofort abgeschaltet werden.
Eine Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke ist kurzfristig
möglich. Zum einen übersteigt die in Deutschland produzierte Strommenge
jetzt schon den einheimischen Bedarf. Zum anderen gibt es auch
kurzfristig realisierbares Einsparpotential.
Vor allem aber wird der Ausbau erneuerbarer Energien durch Atomstrom
ausgebremst, weil Atomkraftwerke nur unflexibel zur Abdeckung der
Grundlast genutzt werden können. Sie können sich weder dem stets
schwankenden Energiebedarf, noch dem jeweiligen Energieaufkommen aus
regenerativen Quellen anpassen.
Nur die in Deutschland vorhandenen Anlagen abzuschalten ist jedoch
nicht ausreichend – Atomenergie bleibt ein globales Problem mit
globalen Risiken. Auch wenn in Deutschland keine Atomreaktoren mehr
betrieben werden: Deutsche Unternehmen sind weiterhin weltweit am Bau
und Betrieb von Atomkraftwerken beteiligt. Deutsche Stromversorger
speisen Strom aus ausländischen Atomkraftwerken in das deutsche
Stromnetz ein. Die Bundesrepublik ist an internationalen Verträgen und
Organisationen beteiligt, die Atomenergie fördern.
Die Bundesrepublik muss daher mehr für einen weltweiten Ausstieg aus der
Atomenergie leisten, als nur die einheimischen Kraftwerke abzuschalten.
Die Umwandlung des europäischen Atomfördervertrages EURATOM in einen
Vertrag zum gemeinsamen Umstieg auf dezentrale, regenerative Energien
ist eine erste, konkrete Maßnahme auf dem Weg zum weltweiten Ausstieg
aus der Atomenergie.
Die Zeichnungsfrist hat zwar leider noch nicht begonnen, aber es gibt auch eine Unterschriftenliste.
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